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Von der Wolke 7 bis zum Boden der Tatsachen: Wie sich unsere Liebe verändert

Liebe zwischen zwei Menschen ist immer im Fluss. Die Gefühle verändern sich, der Bick auf den anderen verändert sich – die Verliebtheit lässt irgendwann nach. Doch auch alles, was danach kommt, ist ein wertvoller Teil der Beziehung zwischen zwei Menschen. Liebe verläuft in Phasen, meist spricht man von fünf. Wer alle Phasen zusammen schafft, den erwartet eine tiefe, vertraute Liebe. Aber was passiert eigentlich in diesen Liebesphasen?

Phase 1: Total verliebt

Wir sind einfach völlig hin und weg. Wir haben da diesen wundervollen Menschen kennengelernt, diese ganz besondere Person, die unser Leben endlich komplettiert. Der*die andere ist perfekt. Macht keine Fehler, sagt immer das Richtige. Wir sind ständig aufgeregt, in uns sprudeln die Hormone noch und nöcher und Schmetterlinge flattern in Scharen in unseren Bäuchen. Man will sich am liebsten die ganze Zeit sehen, man hat aber nie genug Zeit und wenn man sich sieht, vergeht die Zeit wie im Flug. Die Zeit ist so gemein in dieser Phase. Die Dauer dieser Phase kann recht unterschiedlich aussehen: von ungefähr drei bis 18 Monaten kann alles dabei sein. Dass das alles nachlässt, ist dann aber normal und vor allem: nicht gleich ein Grund zur Trennung. Für Menschen, die süchtig nach den aufregenden Gefühlen des Verliebtseins sind, ist hier aber tatsächlich oft Schluss und sie jagen den nächsten großen Emotionen hinterher.

Phase 2: Cooldown

Wir lassen die Schmetterlinge frei und nehmen die rosarote Brille ab. Urplötzlich sind da diese Makel am anderen. Eigenschaften und Eigenheiten, die wir vorher noch gar nicht wahrgenommen haben. Irgendwie schmatzt der beim Essen immer so komisch. Sie macht immer große Pläne und setzt sie dann aber nie um. Wie der immer die Nase hochzieht – muss das sein? Ihre Zehen sind so komisch gebogen. Irgendwie nervt er*sie manchmal. Kritik ist unsere ständige Begleiterin. Wir prüfen also intensiv: Kann das klappen mit uns? Passen wir wirklich zusammen? Haben wir ähnliche Ziele im Leben? Auch diese Phase ist wichtig und muss kein Grund für ein Beziehungsende sein.

Phase 3: Machtkämpfe

Jetzt entsteht die Erkenntnis zwischen zwei Menschen: Wir beide, wir sind halt doch zwei verschiedene Menschen mit verschiedenen Persönlichkeiten. Ändern können wir unsere*n Partner*in aber nicht, und das merken wir in dieser Phase ganz besonders. Keine*r will nachgeben, jede*r will Recht haben – das ist so anstrengend, wie es klingt. Wie weit sind wir also bereit, Kompromisse einzugehen und den anderen so zu lassen, wie er ist? Wenn diese Phase geschafft ist, ist klar: wir akzeptieren den*die andere*n, wie er*sie ist.

Phase 4: Das Ich im Wir

Meist geschieht diese Phase im verflixten siebten Jahr, von dem wir alle schon mal gehört haben. Laut Statistik trennen sich zu diesem Zeitpunkt viele Paare. Was da so Veränderndes passiert? Es geht vor allem darum, Bilanz zu ziehen. Es geht nicht mehr um Stellungskämpfe, sondern um das Hinterfragen der eigenen Bedürfnisse im Rahmen dieser Beziehung. Wer bin ich in dieser Beziehung? Wie viel Freiraum brauche ich? Sind wir uns an dieser Stelle sicher, haben wir etwas ganz Großes geschafft: Den ersten Schritt in Richtung tiefer Liebe.

Phase 5: Zuhause finden

Das ist die tiefe, große Liebe, die viele so gerne erreichen möchten. Reviere wurden abgesteckt, Vertrauen auf- und unrealistische Erwartungen abgebaut. Beide Partner*innen kennen sich in- und auswendig, können zugleich zugewandt und eigenständig sein. Wer da hinkommt, der hat die große Liebe gefunden und kann sich glücklich schätzen. Nach all den gemeinsam durchlebten Höhen und Tiefen ist der*die Partner*in zum Zuhause geworden.

Und was lernen wir daraus? Manchmal macht es Sinn, vielleicht nicht den Schlussstrich zu ziehen, sondern einen Schritt weiterzugehen – vielleicht ist das gerade auch nur eine blöde Phase, die man als Paar gemeinsam schaffen kann. Und dann müssen das natürlich auch beide wollen.

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